„Wir haben Videos von dir“: die Sextortion-Mail
Eine Mail behauptet, Ihre Webcam sei gehackt und Videos gehen an Ihre Kontakte? Das ist Massenbetrug. So erkennen Sie ihn und das hilft wirklich.
In der Mail steht, jemand habe Ihren Computer oder Ihre Webcam gehackt, Sie beim Ansehen von Erwachsenenvideos aufgenommen und schicke die Aufnahme an alle Ihre Kontakte, wenn Sie nicht zahlen. Meist soll es Bitcoin sein, meist innerhalb von 48 Stunden. Das ist beängstigend. Es ist aber eine der häufigsten Maschen im Netz, und es ist ein Bluff.
So funktioniert der Betrug
Die Betrüger schicken dieselbe Nachricht an Millionen gekaufte oder gestohlene Adressen. Sie kennen Sie nicht und haben kein Video. Sie hoffen, dass einige erschrockene Menschen zahlen, bevor sie nachdenken. Manche Versionen nennen ein echtes Passwort von Ihnen, damit es glaubwürdig wirkt. Es stammt aus einem alten Datenleck einer Website, die Sie einmal genutzt haben, nicht von Ihrem Gerät.
So erkennen Sie die Mail
- Sie behauptet, intime Videos oder Fotos von Ihnen zu haben.
- Sie droht, diese an Kontakte, Familie oder Kollegen zu schicken.
- Sie verlangt eine Zahlung, meist in Kryptowährung, mit knapper Frist.
- Sie scheint manchmal von Ihrer eigenen Adresse zu kommen. Absender lassen sich leicht fälschen.
- Der Text ist allgemein und nennt nichts, was sich prüfen ließe.
Häufige Versionen
- „Ich habe Ihr Gerät gehackt“: Angeblich wurde vor Monaten Spionagesoftware installiert.
- Von Ihrer eigenen Adresse gesendet, um zu zeigen, dass man Ihr Postfach kontrolliere. Der Absender ist nur gefälscht.
- Mit einem alten Passwort im Betreff oder in der ersten Zeile.
- In holprigem Deutsch, mit einer Bitcoin-Adresse und einem Countdown.
Was Sie tun sollten
- Nicht zahlen, nicht antworten. Eine Antwort bestätigt nur, dass Ihre Adresse existiert.
- Löschen Sie die Mail oder markieren Sie sie als Spam.
- Steht ein echtes Passwort darin, ändern Sie es überall und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Wenn es Sie beruhigt, kleben Sie die Webcam ab. Das ist ohnehin eine gute Gewohnheit.
Und wenn Sie schon gezahlt haben oder weiter Mails kommen?
Keine Sorge: Die Betrüger haben nichts gegen Sie in der Hand. Antworten Sie nicht mehr und zahlen Sie nichts mehr. Heben Sie die Mail und die Zahlungsdaten auf und informieren Sie Ihre Bank. Sie können Anzeige bei der Polizei erstatten, zum Beispiel über die Online-Wache Ihres Bundeslandes. Die Verbraucherzentrale warnt vor aktuellen Maschen, und das BSI gibt allgemeine Tipps zur IT-Sicherheit. Ist ein Minderjähriger betroffen, sprechen Sie mit einer vertrauten erwachsenen Person und gehen Sie zur Polizei.
Weitere Warnsignale finden Sie in Phishing-Mail erkennen: 9 Warnsignale.
Mit Fishi prüfen
Sie sind nicht sicher, ob es dieser Betrug ist? Leiten Sie die Mail an check@fishi.email weiter, am besten als Anhang. Fishi erkennt Sextortion-Mails auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch und antwortet in Sekunden mit einer klaren Einschätzung und den nächsten Schritten. Es ist kostenlos und braucht kein Konto.